Der Ursprung der Empörung der letzten Wochen lag ja weder im Austausch verbaler Zärtlichkeiten à la "Silberrücken" noch in einem - herbeigeredeten - Geschlechterkampf, sondern in der Entscheidung eines Parteigremiums, der Wählerschaft nicht zu erlauben, einen Kandidaten zu wählen. Noch dazu mit der demokratiepolitisch entlarvenden Begründung, sonst würde die "Parteiliste" umgedreht werden.
Die politische Kernfrage hinter dem Konflikt, die nicht nur die Grünen betrifft, sondern im Grunde die Zukunft des ganzen Parteiensystems, lautet also: Wer soll in unserer Demokratie das letzte Wort haben, wer ist "die Basis" - die Wählerschaft oder ein Parteigremium?...
Warum müssen wir die Entscheidung über Personen irgendeinem Gremium überlassen? Könnte es nicht ganz anders und bei Wahlen der Zukunft ganz einfach so sein: Die Parteien entscheiden, wer prinzipiell auf ihre Liste darf, und erstellen eine vorläufige Reihung.
Zugleich werden jedoch - siehe USA - interessierte Sympathisanten "eingeladen", in Vorwahlen diese Liste zu konkretisieren.
Die letztgültige Auswahl treffen die Wähler/innen mittels Vorzugsstimmen.
Christoph Chorherr auf Standard.at am 11.02.2009
Megaversprecher von Cem Özdemir
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